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Artikel

Smarter Transport: Welche Städte haben den schlauesten Nahverkehr?

02

Apr
2019

Veröffentlicht am 02.04.2019
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2050 werden fast 70 Prozent der Weltbevölkerung in urbanen Regionen leben, sagt eine Prognose der Vereinten Nationen. Diese wachsende Verstädterung erzeugt einen enormen Druck. Die Metropolen müssen nachhaltig entwickelt werden, damit sie für ihre Bewohner lebenswert bleiben. Einer der wichtigsten Ansatzpunkte sind smarte Transport- und Mobilitätslösungen, die das Verkehrschaos entschärfen. Denn eigentlich ist die Stadt ein sehr ökologischer Lebensraum. Ihr großer Vorteil sind die kurzen Wege und eine starke Infrastruktur.

Wer in der Stadt etwas benötigt, muss dafür nicht weit fahren. Das sieht auf dem Land ganz anders aus. Und jetzt kommt eine weitere Entwicklung dazu: Die ersten Städte werden zu Smart Cities, die ihren Verkehr und die Versorgungssysteme durch geschickte Datenanalysen automatisch steuern. Technischer Fortschritt, sinkende Kosten für Sensoren und neue Möglichkeiten der Vernetzung fördern smarte Formen der Mobilität: vom Echtzeit-Fahrplan für den Bus über intelligente Verkehrsschilder, die den Stau automatisch verhindern, bis zu geschickten Shuttle-Systemen, die den öffentlichen Nahverkehr so flexibel wie eine Taxiflotte machen.

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Solche Lösungen benötigen aktuelle Daten über Bewegungsströme, wie sie unsere Tochterfirma aus Berlin bereitstellt: Die Handys und Smartphones im Mobilfunknetz von Telefónica Deutschland erzeugen über fünf Milliarden Datenpunkte pro Tag. Telefónica NEXT hat mit ihrer Analyse schon mehrere Projekte von Partnern wie Fraunhofer IAO oder Nahverkehrsunternehmen unterstützt, die zur Optimierung des Verkehrs in Hamburg, Stuttgart, Nürnberg, München, Berlin und anderswo dienten. Die Mobilfunkdaten werden dafür über ein dreistufiges und vom TÜV zertifiziertes Verfahren so anonymisiert, dass kein Rückschluss auf Einzelpersonen mehr möglich ist. Und dennoch kann jeder Kunde immer selbst entscheiden, ob er solche Analysen unterstützen möchte. Obwohl der Gesetzgeber das gar nicht verlangt, weil die Daten anonymisiert sind.

Smart-City-Ranking: Wien ist schlauste Stadt der Welt

Gute Ansätze für die Steuerung des Verkehrs finden sich auch in anderen Ländern. Die internationale Vorzeigestadt ist Wien: Zum einen wurde die Donaumetropole gerade zum zehnten Mal in Folge als lebenswerteste Stadt der Welt ausgezeichnet. Zum anderen belegt Wien im neuen Smart-City-Ranking der Unternehmensberatung Roland Berger schon wieder den ersten Platz. Dazu trägt auch das smarte und bezahlbare öffentliche Verkehrssystem bei. 1,3 Millionen Passagiere nutzen täglich die Metro der Stadt. Nach der Einschätzung des Internationalen Verbandes für öffentliches Verkehrswesen hat Wien den besten öffentlichen Nahverkehr der Welt. Über eine App erhalten die Nutzer alle Fahrplaninformationen von Metro, Bus und Tram in Echtzeit. Smarte Technik unterstützt außerdem Fahrgäste mit besonderen Anforderungen durch besondere Leitsysteme mit Sensoren oder Informationen über den Service an den Haltestellen (ob beispielsweise der Fahrstuhl kaputt ist) und Routenplaner für Blinde oder Hörgeschädigte.

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Auch Barcelona wird zu den smartesten Städten der Welt gezählt. In der lebhaften Metropole mit 1,6 Millionen Einwohnern und vielen Touristen werden jährlich über 390 Millionen Fahrten mit der Metro unternommen. Barcelona hat bereits viele smarte Konzepte umgesetzt, zeigte zum Beispiel die Debatte von Francesca Bria, Chief Technology Officer der Stadt, mit CEO Markus Haas und weiteren Experten bei der DLD-Konferenz im Januar. Dazu gehören interaktive Informationsdisplays an Bushaltestellen, smarte Ampeln, die eine grüne Welle für Rettungsfahrzeuge ermöglichen, das Leihfahrrad-System Bicing sowie intelligente Sensoren, die bei der Parkplatzsuche helfen. Ein ähnliche Technik findet sich auch auf der anderen Seite des Atlantiks: In Kalifornien nutzt die innovative Stadt San Francisco kleine Sensoren, um die Belegung von gebührenpflichtigen Parkplätzen zu ermitteln. Mit diesen Daten werden die Preise flexibel an den Bedarf angepasst. Das System heißt SFpark und soll zu einer 30-prozentigen Reduzierung der Treibhausgase führen, weil es den Parkplatz-Suchverkehr verringert.

Smart Maintenance: Reparatur-Vorhersage aus Daten

In Asien findet man eins der interessantesten Beispiele für smarte Transportlösungen in Tokio. Die japanische Hauptstadt hat mehr als 13 Millionen Einwohner und ihre Yamanote-Ringbahn gilt als die weltweit größte Verkehrsinfrastruktur. Die Linie transportiert pro Woche 34 Millionen Passagiere und Wartungsarbeiten an dieser Strecke sind eine besondere Herausforderung, weil die Züge alle zwei bis drei Minuten von frühen Morgen bis in die späte Nacht verkehren. Der Bahnbetreiber JR Higashi-Nihon setzt deshalb auf Condition-based Maintenance und das Internet der Dinge: Sensoren erfassen den Zustand der Anlagen und Algorithmen analysieren ihn, um Schwachstellen zu erkennen, Fehler vorherzusagen und Reparaturen zu planen. So werden Wartungsarbeiten nur noch ausgeführt, wenn sie wirklich nötig sind. Und die Züge können weiter fahren.

Telefónica NEXT: So bewegt sich Deutschland.

Telefónica NEXT: So bewegt sich Deutschland.

Ein ähnliches System verwendet man auch in London, wo die älteste U-Bahn der Welt fährt. Der Betreiber Transport for London (TfL) musste jahrelang wegen der schwierigen Instandhaltung seines riesigen Untergrundnetzes kämpfen, das zu den größten und verkehrsreichsten der Welt gehört. Dann entschloss er sich, alles zu vernetzen: von den Überwachungskameras über die Rolltreppen und Lautsprecher bis zu den Klimaanlagen und Tunneln der U-Bahn. Die zentralen Leitstellen nutzen nun Sensordaten aus diesen Geräten, um Probleme aufzuspüren und Reparaturteams loszuschicken. Das spart Geld und reduziert Ausfälle durch Wartungsarbeiten. Seit 2017 wird außerdem das kostenlose WLAN der U-Bahn ausgewertet, um Bewegungsströme zu analysieren. TfL weiß dadurch besser, welche Wege die Fahrgäste nehmen, und kann seine Verkehrsplanung danach richten. Das erinnert an die interaktive Website “So bewegt sich Deutschland”, mit der Telefónica NEXT durch die Untersuchung von anonymisierten Mobilfunkdaten zeigt, welche Wege der Verkehr bei uns nimmt.

Wir weisen darauf hin, dass bei unseren öffentlichen Veranstaltungen auch Bild- und Tonmaterial in Form von Fotos oder Videoaufzeichnungen durch von uns beauftragte oder akkreditierte Personen und Dienstleister erstellt wird. Die Aufnahmen werden für die Event-Dokumentation und Event-Kommunikation auf den Social-Media-Kanälen des Telefónica BASECAMP genutzt. Sie haben das Recht auf Information und weitere Betroffenenrechte. Informationen zu unseren Datenverarbeitungen sowie Ihren Betroffenenrechten finden Sie hier.
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Über den Autor

Markus Oliver Göbel ist Senior Public Relations Manager und Pressesprecher für das Telefónica BASECAMP. Davor arbeitete er bei Telefónica Deutschland als Pressesprecher für Innovationen, B2B, Netztechnik, Startups und Social Media. Der Diplom-Journalist absolvierte die Deutsche Journalistenschule und schrieb viele Jahre für FTD, DIE ZEIT, Wirtschaftswoche und andere große Medien. Außerdem auch für bekannte Blogs wie TechCrunch oder News-Websites wie AreaMobile und Heise Online.