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Kinder-Medien-Studie: Fast alle Kids haben ein Handy oder Smartphone

23

Aug
2017

Veröffentlicht am 23.08.2017
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Die tägliche Beobachtung ließ es schon vermuten, doch die Kinder-Medien-Studie 2017 hat es nun bestätigt: Fast jedes Kind in Deutschland besitzt heute ein Handy oder Smartphone und verbringt damit viel Zeit. Bei den 13-Jährigen sind es sogar schon 93 Prozent. Doch die Studie brachte auch einige überraschende Ergebnisse, die dem Trend zuwiderlaufen.

Moderne Technik ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Kindheit geworden. Bereits 37 Prozent der Sechs- bis Neunjährigen besitzen ein eigenes Smartphone oder Handy. Und bei den Zehn- bis 13-Jährigen haben 84 Prozent ihr eigenes mobiles Endgerät. Sehr häufig verschicken diese Kinder damit SMS (61 Prozent) oder WhatsApp-Nachrichten (68 Prozent), wobei die Nutzung dieser Kommunikationskanäle mit zunehmendem Alter steigt.

Überraschung: Handys meistens zum Telefonieren genutzt

Auf Social-Media-Plattformen wie Facebook ist dagegen nur eine Minderheit (29 Prozent) der zehn- bis 13-jährigen Kinder in Deutschland vertreten. Doch was wirklich überrascht: Am stärksten werden die Handys und Smartphones immer noch zum Telefonieren genutzt. “Miteinander reden ist wichtiger als tippen”, steht über Folie 11 mit den Zahlen der Kinder-Medien-Studie. Sie zeigt, dass Telefonieren mit 82 Prozent immer noch am meisten von den 6- bis 13-Jährigen genutzt wird. Bei den Kindern ab zehn Jahren sind es sogar 86 Prozent.

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Die neue Kinder-Medien-Studie der sechs Verlage Blue Ocean Entertainment AG, Egmont Ehapa Media GmbH, Gruner + Jahr, Panini Verlags GmbH, SPIEGEL-Verlag und ZEIT Verlag hat erstmals untersucht, welche Medien die 7,17 Millionen Kinder zwischen vier und 13 Jahren in Deutschland konsumieren. Sie untersuchte außerdem, wie und wie oft sie diese Medien nutzen, wie sie generell ihre Freizeit gestalten, ob es Unterschiede im Online- und Offline-Verhalten gibt und welche Rollen Eltern und Freunde spielen. Für die Untersuchung wurden 1.647 Doppelinterviews mit jeweils einem Kind im Alter von sechs bis 13 Jahren und einem Erziehungsberechtigten sowie 394 Interviews mit einem Erziehungsberechtigten für die Vier- und Fünfjährigen geführt.

Mediennutzung: Lesen liegt weit vor Youtube

Der Studie zufolge schauen immer noch 61 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren mehrmals pro Woche in Bücher, 55 Prozent lesen Kinderzeitschriften und Comics. Damit liegt das klassische Lesen fast gleichauf mit Freizeitbeschäftigungen wie Internet und Apps nutzen (62 Prozent) – und deutlich vor digitalen Unterhaltungsformen wie YouTube (34 Prozent), Spielekonsolen (28 Prozent) oder DVDs und Blu-Rays (15 Prozent).

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Im Vorschulalter (vier und fünf Jahre) spielen Internet/Apps (4 Prozent) und YouTube (9 Prozent) praktisch noch keine Rolle. Neben Fernsehen (93 Prozent) und Radio (41 Prozent) sind es auch hier vor allem Printmedien wie Bücher (68 Prozent), Kinderzeitschriften und Comics (44 Prozent), mit denen sich der ganz junge Nachwuchs mehrheitlich auseinandersetzt.

Dabei ist auffällig: Trotz der Konkurrenz durch die neuen Medien ist “Bücher und Zeitschriften lesen und anschauen” der Studie zufolge vom Vorschüler bis zum 13-jährigen Jugendlichen bei den Freizeitbeschäftigungen signifikant beliebter als Digitale Spiele spielen”, “Chatten/Telefonieren” oder “Filme ansehen”. Und obwohl die Welt immer digitaler wird: Die Kinder bleiben in ihrer Freizeit auch gern offline.

Sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen werden Aktivitäten wie Mit Freunden zusammen sein” und “Im Freien spielen” bevorzugt genannt. Bei den jüngeren Mädchen (bis neun Jahre) kommen Puppen und Stofftiere als Spielobjekte hinzu, bei den Jungen im gleichen Alter Konstruktionsspielzeuge und Spielfiguren in ihren Spielwelten. Später, zwischen zehn und 13 Jahren, wird für die Jungen “Sport treiben” relevant, für beide Geschlechter kommt außerdem Chillen und Ausruhen dazu. Wer hätte das vermutet?

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Über den Autor

Unser Pressesprecher für Innovationen, B2B, Startups und Social Media absolvierte die Deutsche Journalistenschule und arbeitete viele Jahre für FTD, DIE ZEIT, Wirtschaftswoche und andere Medien. Daneben schrieb Markus Oliver Göbel für bekannte Blogs wie TechCrunch oder The European.