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KI im Sport: So findet künstliche Intelligenz die besten Fußballspieler

04

Jan
2019

Veröffentlicht am 04.01.2019
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Foto: CC0 1.0, Pixabay User geralt und wsyperek | Montage

Künstliche Intelligenz (KI) kommt in immer mehr Bereichen zum Einsatz. Selbst im Sport. Die ersten Fußballvereine nutzen KI bereits für die Analyse ihrer Daten und zur Unterstützung von Entscheidungen. Der SV Werder Bremen fand damit sogar einen seiner wichtigsten Spieler: Jiři Pavlenka gehört zu den zuverlässigsten Torhütern der Bundesliga. Sein Wechsel von Slavia Prag wurde durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz angestoßen, weil der Traditionsverein für die Suche nach Talenten auf eine neue IT-Lösung setzt.

Beim Profifußball wird heute fast alles beobachtet und elektronisch ausgewertet. Die Menge an Daten, die sich für die Analyse von Spielern und Mannschaften nutzen lässt, ist enorm gewachsen. Jede Aktion wird erfasst und bei jedem Spiel werden mehrere tausend Datenpunkte durch unterschiedliche Unternehmen und Organisationen verarbeitet. Selbst vor und nach den Spielen generieren die Fußballer in sozialen Netzwerken oder den Medien unentwegt interessante Informationen, die sich verwerten lassen. Hinzu kommen Spielberichte und Analysen, welche die Spielbeobachter und Talentscouts am Rand des Fußballfeldes verfassen.

Werder Bremen: Neuen Torwart mit KI entdeckt

Wenn sie sinnvoll kombiniert und ausgewertet werden, dann lässt sich aus diesen Daten das Potenzial jedes Spielers ablesen. Das geht am besten mit künstlicher Intelligenz. “Wir sind zum Beispiel auf Jiři Pavlenka aufgrund der Datenanalyse gestoßen”, sagte Werder-Sportchef Frank Baumann in einem Interview mit Radio Bremen. “Über ein Live-Scouting geht nichts, aber die künstliche Intelligenz kann uns im Vorfeld sehr viel nutzen.” Zwar habe der Verein den tschechischen Torwart auch häufig bei seinen Spielen und im Training beobachtet, aber der erste Hinweis sei durch die Daten gekommen.

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Foto: annca | Bildname: soccer | Ausschnitt bearbeitet

Werder Bremen nutzt dafür eine neue KI-Plattform der Firma JUST ADD AI (JAAI). Sie ist für Baumann der nächste logische Schritt, um die wachsenden Datenmengen im Fußball zu beherrschen und sinnvoll zu verwenden. “Für uns war es wichtig, eine neue nachhaltige Basis für unsere Scouting-Aktivitäten zu schaffen”, erklärt der Experte. “Wir können Daten aus den verschiedensten Quellen an einem Ort zusammenführen und analysieren, und die Arbeit unserer Scouts zunehmend mit neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz unterstützen.“

IBM-KI: Watson liest unzählige Fußballberichte

Die IT-Lösung JAAI SCOUT aggregiert Daten aus unterschiedlichen Quellen und extrahiert relevante Informationen aus unstrukturierten Daten, wie beispielsweise den Berichten der Talentscouts. Dafür ist unter anderem das KI-System Watson von IBM integriert. Es kann mehr als einhunderttausend Scouting-Reports automatisch analysieren und zusammenzufassen sowie Persönlichkeitsprofile von Spielern erstellen und relevante Informationen aus sozialen Netzwerken, Foren oder Nachrichtenseiten im Internet verarbeiten.

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Damit liefert die Plattform präzise Werkzeuge, mit denen das Scouting-Team von Werder Bremen neue Fußballtalente genauer beurteilen kann. Zusätzlich soll JAAI SCOUT in Zukunft auch den Marktwert von Spielern und ihr Entwicklungspotenzial mit eigenen neuronalen Netzen prognostizieren. Diese Funktion befindet sich bereits in der Testphase. Während Werder Bremen noch zu den ersten deutschen Fußballklubs gehört, die solche innovativen Methoden nutzen, gehört die Verwendung von künstlicher Intelligenz beim American Football oder Baseball in den USA längst zum Alltag.

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Über den Autor

Markus Oliver Göbel ist Senior Public Relations Manager und Pressesprecher für das Telefónica BASECAMP. Davor arbeitete er bei Telefónica Deutschland als Pressesprecher für Innovationen, B2B, Netztechnik, Startups und Social Media. Der Diplom-Journalist absolvierte die Deutsche Journalistenschule und schrieb viele Jahre für FTD, DIE ZEIT, Wirtschaftswoche und andere große Medien. Außerdem auch für bekannte Blogs wie TechCrunch oder News-Websites wie AreaMobile und Heise Online.