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KI auf Smartphones: Zehn interessante Anwendungen von Gartner vorgestellt

06

Apr
2018

Veröffentlicht am 06.04.2018
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Künstliche Intelligenz (KI) kommt immer häufiger in Smartphones zum Einsatz. Das funktioniert auch ganz ohne Mobilfunknetz und Cloud-Anbindung. Die intelligente Software schießt beispielsweise die besseren Fotos und auf dem Mobile World Congress wurde sogar gezeigt, wie das Huawei Mate 10 Pro mit seiner KI ein autonomes Auto steuern kann. Deshalb geben wir heute einen Überblick darüber, was künstliche Intelligenz auf dem Smartphone alles möglich macht. Die Experten von Gartner haben zehn interessante Beispiele dafür zusammengetragen.

Schon 2022 sollen 80 Prozent der neuen Smartphones mit KI-Funktionen ausgeliefert werden, sagen die Marktforscher aus den USA, während es 2017 nur zehn Prozent waren. Momentan sind solche Funktionen noch auf teure Premium-Modelle beschränkt. Doch eine eingebaute KI, die ihre Berechnungen direkt im Smartphone ausführt, bietet mehr Datenschutz und zehrt auch weniger am Akku als eine Cloud-Lösung, weil sie alle Daten lokal verarbeitet und speichert. Und ein weiterer Vorteil: Die Hersteller können damit vom ewigen Einerlei der Android-Smartphones unterscheiden. Wenn schon das Betriebssystem überall gleich aussehen muss, dann hat wenigstens die KI auf dem Smartphone einen eigenen Charakter.

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Foto: CC0 1.0, Pixabay User krapalm | Ausschnitt bearbeitet

Der Markt verschiebe sich jetzt vom Vertrieb von Technologieprodukten zum Verkauf von “personalisierten Erfahrungen”, sagt Gartner. Deswegen sollen KI-Lösungen, die auf dem Smartphone laufen, in den nächsten zwei Jahren zu einem wesentlichen Bestandteil der Hersteller-Roadmaps werden. “Weil Smartphones immer mehr zu Massenprodukten werden, suchen die Anbieter nach Möglichkeiten, ihre Produkte zu differenzieren”, erklärt Gartner-Analyst CK Lu. Durch neue KI-Funktionen könnten die Smartphones lernen, planen und Probleme lösen. Sie würden die Fähigkeiten der Nutzer erweitern und ihre geistige Belastung senken. So hilft die künstliche Intelligenz weiter, wenn die natürliche an ihre Grenzen stößt.

1.) Digitales Ich: Smartphone als Mitdenk-Maschine

Ein Beispiel ist das digitale Ich: Das Smartphone wird zu einer Erweiterung des Menschen, die ihn kennt und seine nächsten Schritte vorhersagt, prognostiziert Gartner. Es weiß genau, wer der Nutzer ist und was er wünscht und wann er es benötigt, weil es seine Gewohnheiten analysiert. So kann das Smartphone schon vorm Wachwerden die Kaffeemaschine einschalten oder den Staubsauger-Roboter durch die Wohnung schicken, wenn der Besitzer das Haus verlässt.

2.) Einfache Authentifizierung: Das Nutzerverhalten als Passwort

Maschinelles Lernen, Biometrie und die Analyse des Nutzerverhaltens machen auch die Authentifizierung sicherer und nutzerfreundlicher. Denn Passwörter werden dafür immer unzuverlässiger, weil die Nutzer sie mehrfach verwenden und Hacker sie knacken können. Die künstliche Intelligenz soll deshalb beobachten, wie der Smartphone-Besitzer läuft und tippt oder wie stark er auf den Bildschirm drückt. Daraus lassen sich Muster erkennen, die für jeden Anwender einmalig sind. So ähnlich wie eine Unterschrift, aber noch viel sicherer. Passwörter werden damit überflüssig.

3.) Emotionserkennung: Wie geht’s dir, User?

Künstliche Intelligenz erkennt auch schon Gefühle und Stimmungen. Das hilft unter anderem, den Kontext von Spracheingaben zu verstehen und besser zu reagieren. Autohersteller könnten die Frontkamera von KI-Smartphones nutzen, um die Launen des Fahrers zu erfassen. Dann schlägt das Smartphone vielleicht eine Pause vor, wenn er zu müde ist oder vor Wut gleich explodieren möchte.

4.) Echtzeit-Dolmetscher: KI für Natural Language Understanding

Kontinuierliches Training und Deep Learning verbessern auch die Ergebnisse der Spracherkennung, damit Smartphones die Absichten ihrer Benutzer besser verstehen. “Mir ist kalt”, kann beispielsweise bedeuten, dass das Gerät die Heizung hochdrehen soll – oder gleich eine neue Jacke im Internet kaufen muss. Das kommt ganz auf die Person an. Dieses Verstehen ganzer Sätze durch Natural Language Understanding (NLU) ließe sich sogar für Echtzeit-Übersetzer auf Smartphones nutzen, sagt Gartner. Dann wird die nächste Auslandsreise ganz einfach.

5.) Augmented Reality: KI-Arzt für die Hosentasche

Mit der Veröffentlichung von iOS 11 hat Apple die neuen ARKit-Funktionen in sein iPhone-Betriebssystem integriert. Damit lassen sich Apps für Augmented Reality (AR) nun viel leichter programmieren. Auch Google hat seine ARCore-Entwicklerwerkzeuge veröffentlicht und geht davon aus, dass bis Ende 2019 ungefähr 100 Millionen Android-Smartphones die neuen Funktionen verwenden.

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Foto: CC0 1.0, Pixabay User Noe_Calderon | Ausschnitt bearbeitet

Schon ab dem nächsten Jahr soll jedes neue Smartphone mit dem Google-Betriebssystem auch AR-fähig sein. Das wäre beispielsweise für Ärzte praktisch: Die künstliche Intelligenz könnte Krankheiten auf der Haut erkennen und mit einer AR-Anwendung auf dem Smartphone-Bildschirm sichtbar machen.

6.) Gerätemanagement: Mehr Akku-Laufzeit durch KI

Der größte Kritikpunkt an den heutigen Smartphones ist immer noch die Akku-Laufzeit. Man muss jeden Tag nachladen und manche Geräte halten kaum bis zum Nachmittag durch. Doch selbst dafür bietet die künstliche Intelligenz eine Lösung an: Sie kann durch Sensoren das Verhalten des Nutzers erfassen und ihn immer besser kennenlernen. So weiß die KI bald genau, welche Apps zu welchem Zeitpunkt auf dem Smartphone benötigt werden. Die wichtigsten können dann immer gleich im Hintergrund laufen, während die unnötigen geschlossen werden. Das spart Platz im Hauptspeicher und schont den Akku.

7.) Persönliche Produkte: Maßgeschneiderte Angebote mit KI

Wenn die Smartphones ihre Nutzer immer besser kennenlernen, dann lassen sich daraus auch neue Produkte entwickeln. So bekommt jeder Kunde eine maßgeschneiderte Lösung. Autoversicherungen könnten beispielsweise neue Tarifangebote vorstellen, die nicht nach dem Hubraum oder dem Alter des Fahrers fragen, sondern sich nach seinem Fahrstil richten.

8.) Content Detection: KI-Inhaltsprüfung auf dem Smartphone

Unternehmen lieben Smartphones. Sie erleichtern die Arbeit, weil sie leistungsfähig wie Computer sind, aber sich an jedem Ort benutzen lassen. Dennoch schlägt so manche IT-Abteilung die Hände über dem Kopf zusammen, weil mit den neuen Fähigkeiten auch Sicherheitsprobleme in die Firmen kamen. Wie soll man beispielsweise verhindern, dass ein Mitarbeiter die geheime Entwicklungsabteilung fotografiert? Zum Beispiel durch künstliche Intelligenz. Sie kann gleich erkennen, was auf dem Foto zu sehen ist und den Werkschutz alarmieren, sagen die Amerikaner von Gartner. In Deutschland wären dafür sicher erst ausgiebige Verhandlungen mit dem Betriebsrat nötig.

9.) Foto-Personalisierung: KI kennt den richtigen Filter

Auch beim Fotografieren geht der Trend zur Personalisierung. Durch Instagram wurden Filter populär und fast jeder Nutzer bevorzugt einen anderen Look. Dabei zeigen sich Unterschiede zwischen den Kulturen.

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So möchten zum Beispiel die meisten Chinesen lieber hell auf ihren Bildern aussehen, während Europäer gern gut gebräunt erscheinen. Auch das kann die künstliche Intelligenz bei der Aufnahme berücksichtigen, damit anschließend keine Nachbearbeitung mehr nötig ist.

10.) Audio-Analyse: Mit KI gegen Schnarchen kämpfen

Die Mikrofone von Smartphones könnten auch kontinuierlich mithören, erklären die Gartner-Analysten. Verschiedene Geräusche würden dann unterschiedliche Reaktionen bei der KI auslösen. Hört sie den Nutzer beispielsweise schnarchen, dann schickt sie einen Impuls an sein Fitness-Armband, damit er die Schlafposition ändert. Und schon sind die Atemwege wieder frei.

Das sind alles Anwendungen, die bereits mit der heutigen Technik möglich sind. Doch die neuen Smartphones nutzen davon nur wenig. Die KI-Funktionen beschränken sich vor allem auf bessere Fotos und Gesichtserkennung. Doch schon in den nächsten Monaten dürften wir mehr davon sehen. Auch die Forschungsabteilung von Telefónica hat gerade eine App mit künstlicher Intelligenz veröffentlicht. Sie nennt sich Boredom Fighter und erkennt automatisch, wenn sich der Smartphone-Nutzer langweilt. Dann schlägt sie ihm gleich etwas Interessantes zum Lesen vor.

Wir weisen darauf hin, dass bei unseren öffentlichen Veranstaltungen auch Bild- und Tonmaterial in Form von Fotos oder Videoaufzeichnungen durch von uns beauftragte oder akkreditierte Personen und Dienstleister erstellt wird. Die Aufnahmen werden für die Event-Dokumentation und Event-Kommunikation auf den Social-Media-Kanälen des Telefónica BASECAMP genutzt. Informationen zu unseren Datenverarbeitungen finden Sie hier.

Über den Autor

Markus Oliver Göbel ist Senior Public Relations Manager und Pressesprecher für das Telefónica BASECAMP. Davor arbeitete er bei Telefónica Deutschland als Pressesprecher für Innovationen, B2B, Netztechnik, Startups und Social Media. Der Diplom-Journalist absolvierte die Deutsche Journalistenschule und schrieb viele Jahre für FTD, DIE ZEIT, Wirtschaftswoche und andere große Medien. Außerdem auch für bekannte Blogs wie TechCrunch oder News-Websites wie AreaMobile und Heise Online.