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Daten. Macht. Ethik: Die zweite Digitalisierungswelle nicht verschlafen

11

Nov
2016

Veröffentlicht am 11.11.2016
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Foto: Henrik Andree
Welche Grundlagen und Werte gelten für die Digitalisierung und welche politischen Bedingungen für Innovationen müssen gegeben sein? Das wollte Moderator Cherno Jobatey von Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und von Prof. Dr. Christoph Igel, wissenschaftlicher Leiter des Educational Technolgy Lab des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) wissen. Bevor wir in der Nacht zum Mittwoch die Ereignisse der US-Präsidentschaftswahl verfolgten, gab es im Telefónica BASECAMP die inzwischen 44. Ausgabe des UdL Digital Talks

Daten. Macht. Ethik – Welche Regeln gelten in der digitalisierten Welt in der die Grenzen zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre fließender zu werden scheinen und auch Globalisierung Einfluss auf die Grenzen des Rechtsraums Internet nimmt? Bereits im Juli verdeutlichte Philosoph Michael Sandel im Telefónica BASECAMP, dass das Thema Ethik im Zeitalter der Digitalisierung neue Dimensionen annimmt und verdeutlichte, dass ein öffentlicher Diskurs über ethische Frage dringend notwendig sei. „Parteien und Politiker adressieren oft nicht die Fragen, die am wichtigsten sind: über Gerechtigkeit und das Gemeinwohl, die Rolle der Märkte und was es bedeutet, ein Bürger zu sein“, sagte Michael Sandel seinerzeit.

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UdL Digital Talk mit Katrin Göring-Eckardt, Cherno Jobatey und Christoph Igel (Foto: Henrik Andree)

Beim UdL Digital Talk traf nun Katrin Göring-Eckardt auf Prof. Dr. Christoph Igel – und damit Politik auf Digitalisierung, um Datenethik und Reglementierungen im Internet zu diskutieren. „Die Technologien und Digitalisierung ändern sich seit zwanzig Jahren kontinuierlich, aber sie greifen immer mehr in den Alltag der Menschen ein,“ verdeutlichte auch Prof. Dr. Igel die Dimensionen, die die Digitalisierung einnimmt, und zeigte auf, dass sich das normale Leben durch Daten verändert.

Digitalisierung verändert das normale Leben

Die Politikerin vertrat die Ansicht, dass es in erster Linie nicht darum ginge, neue Gesetze zu schaffen, sondern darum, die bestehenden auch im Internet durchzusetzen. Wie das aussehen kann, verdeutlichte sie an sogenannten Hatespeeches, die sie auch selbst erreichen. Diese Beleidigungen oder Drohungen in Sozialen Netzwerken bringe sie ebenso wie in der analogen Welt zur Anzeige. „In Deutschland müssen deutsche Regeln gelten, so viel ist mal klar“, sagte Göring-Eckardt.

Doch in Zeiten von Globalisierung und digitalen Angeboten, die vor allem aus den Vereinigten Staaten kommen, scheint das gar nicht mehr so klar zu sein: „Es werden die Regeln gelten, die wir haben wollen. Aber die Grenzen sind eben nicht mehr da rund um Deutschland und Europa“, verwies daher der wissenschaftliche Leiter am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz mit Blick auf geänderte Rahmenbedingungen und Regeln, die „gefühlt in den USA gemacht werden, weil wir hier die erste Digitalisierungswelle verschlafen haben.“

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Foto: Henrik Andree

Die zweite Digitalisierungswelle, nämlich die des Internet of Things, könnten wir hingegen aktiv mitgestalten, sogar prägend für sie sein und dürften sie wegen Überregulierung nun nicht verpassen, mahnte Prof. Igel. Und das könnten wir mit der Einrichtung von „Innovationsräumen“ in Deutschland schaffen, „um Neues auszuprobieren, wo nicht sofort die Regeln der Sozialpartnerschaft und des Datenschutzes gelten“, so Igels Vorstellung, eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung neuer Technologien einzunehmen,

Überregulierung schadet Innovation

Wie Innovationsräume bessere Bedingungen für die Forschung schaffen können, welche Regeln auch in ihnen zu gelten haben, um uns vor Datenmissbrauch zu schützen, was ein Internetministerium und eine Datenethikkommission für Deutschland tun könnten und wie digitale Bildung als Grundvoraussetzung Deutschland bei der nächsten Digitalisierungswelle unterstützten kann, haben die Kollegen von UdL Digital in ihrem ausführlichen Nachbericht zusammengefasst, bevor es in Kürze auch das Video der Talkshow gibt.

Mehr Informationen:

Der UdL Digital Talk ist seit 2010 eine Pflichtveranstaltung für Berlin. Hier treffen hochkarätige Politiker auf digitale Meinungsmacher, um verschiedenste Themen der deutschen und europäischen Digitalpolitik zu diskutieren. Zu den Gästen der politischen Talkshow im Telefónica BASECAMP zählten schon Andrea Nahles, Heiko Maas, Ursula von der Leyen, Peter Altmaier, Jürgen Trittin, Sara Wagenknecht und weitere bekannte Politiker. Moderator ist der bekannte Journalist Cherno Jobatey.

Wir weisen darauf hin, dass bei unseren öffentlichen Veranstaltungen auch Bild- und Tonmaterial in Form von Fotos oder Videoaufzeichnungen durch von uns beauftragte oder akkreditierte Personen und Dienstleister erstellt wird. Die Aufnahmen werden für die Event-Dokumentation und Event-Kommunikation auf den Social-Media-Kanälen des Telefónica BASECAMP genutzt. Sie haben das Recht auf Information und weitere Betroffenenrechte. Informationen zu unseren Datenverarbeitungen sowie Ihren Betroffenenrechten finden Sie hier.
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Über den Autor

Sandra berät das Telefónica BASECAMP in allen Fragen rund um das Thema Kommunikation - denn digitale Innovationen sind ihre Leidenschaft. Sie begleitet Startups und Unternehmen, die die Digitalisierung in gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen prägen.