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IoT 2020 vernetzt
Foto: Telefónica
Artikel

Alles möglich durch IoT: Digitalzwillinge, Hellsehen und das Auto als Kreditkarte

29

Mrz
2018

Veröffentlicht am 29.03.2018
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Das Internet der Dinge (IoT) verändert unser Leben. Immer mehr Maschinen und Geräte werden vernetzt und mit der Cloud verbunden, damit sie neue Funktionen bekommen und selbstständiger arbeiten können. Dadurch werden vollkommen neue Prozesse und Anwendungen möglich, wie beispielsweise Maschinen, die nur als Simulationen existieren, aber genauso funktionieren und derselben Abnutzung unterliegen wie ihre realen Zwillinge. Die interessantesten Anwendungsmöglichkeiten für solche IoT-Lösungen stellen wir heute einmal vor.

Die Boston Consulting Group (BCG) geht davon aus, dass Unternehmen im Jahr 2020 neben ihren normalen Technologie-Ausgaben noch einmal zusätzlich 250 Milliarden Dollar für solche Lösungen ausgeben. Von 2015 bis 2020 werden für jeden IoT-Bereich jährliche Zuwächse von mindestens 20 Prozent erwartet. Besonders bei den Services sowie bei der IoT-Analyse und den IoT-Anwendungen soll das Wachstum sehr groß sein. Das Beratungsunternehmen schätzt, dass diese Bereiche bis 2020 gut 60 Prozent des Wachstums auf dem IoT-Markt für sich beanspruchen. Denn dort werden momentan die interessantesten Lösungen entwickelt.

Digitale Zwillinge: Effizienz durch virtuelle Doppelgänger

Ein Beispiel sind digitale Zwillinge: Das sind virtuelle Modelle von Unternehmensprozessen, Produkten oder Dienstleistung, welche die reale Welt abbilden. Sie verwenden Daten von Sensoren, die beispielsweise Arbeitsbedingungen oder Positionen von laufenden Maschinen übermitteln. Der virtuelle Doppelgänger im Computer ermöglicht damit die genaue Analyse dieser Daten und die Überwachung von ganzen Systemen. So lassen sich Probleme erkennen und verstehen, bevor sie überhaupt auftreten.



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Unternehmen können durch digitale Zwillinge viele Ausfallzeiten vermeiden oder die Verbesserung ihrer Produkte und Prozesse bei Computersimulationen planen. Der Maschinenbaukonzern und Autozulieferer Schaeffler setzt sie bereits ein und auch der Flugzeugbauer Airbus nutzt sie. Ein weiterer Vorteil: Die digitalen Zwillinge leben in der Cloud. Damit sind sie für alle Mitarbeiter zugänglich, die an dem Projekt arbeiten. So wird eine simultane Zusammenarbeit möglich, auch wenn die Teams über die ganze Welt verteilt sind. Das dürfte ein weiterer Grund dafür sein, dass die Marktforscher von Gartner die Digital Twins in ihre Top 10 der strategischen Technik-Trends aufnahmen.

Predictive Maintenance: Mit IoT die Zukunft sehen

Doch das IoT ermöglicht noch mehr Sachen, die man früher nur aus Science-Fiction-Filmen kannte. Unternehmen können damit sogar in die Zukunft schauen. Das nennt sich Predictive Maintenance: Durch die Analyse von Sensordaten wird der Verschleiß von Fahrzeugen oder Maschinen vorausschauend berechnet. Die neue Technik verhindert sowohl vorzeitige und unnötige Reparaturen als auch zu späte. In Frankreich nutzt beispielsweise die staatliche Eisenbahngesellschaft die künstliche Watson-Intelligenz von IBM, um IoT-Daten aus dem gesamten Schienennetz zu analysieren. So kann die SNCF den Wartungsbedarf ihrer Züge und Gleise exakt vorhersehen, damit die Fahrten noch sicherer werden.

IoT - Internet der Dinge

Und schließlich soll durch das Internet der Dinge bald auch jeder Gegenstand des täglichen Lebens zu einer Kreditkarte werden. Das ist der Plan von Visa und IBM für den Cognitive Commerce: Die Unternehmen arbeiten zusammen an Lösungen für neue Zahlungsmöglichkeiten, die Vernetzung, Spracherkennung und maschinelles Lernen verbinden. Damit soll Bezahlen bald mit jedem IoT-Gerät möglich sein. Das Auto kauft sich beispielsweise seinen Treibstoff selbst, weil es einen Visa Token mit einem Unique Digital Identifier eingebaut hat, der drahtlos ausgelesen wird und nur für solche Zahlungsvorgänge gilt. Das ist auch viel sicherer als eine echte Kreditkarte, die jeder Gauner nach einem Diebstahl auch für andere Einkäufe nutzen kann. Die neue Technik macht es möglich.

Mehr Informationen:

Die Boston Consulting Group hat zehn Bereiche identifiziert, in denen IoT-Anwendungen besonders vielversprechend sind. Dabei zeigt sich, dass durch das Internet der Dinge auch wieder neue Fachbegriffe in unsere Sprache eingezogen sind.

1. Predictive Maintenance
Fallen Maschinen aus oder weisen Störungen auf, verlieren Unternehmen wertvolle Zeit und Geld. Gleiches gilt, wenn sich Unternehmen an feste Wartungspläne halten, selbst wenn keine Wartung erforderlich ist. Mit Hilfe von IoT kann vorhergesagt werden, wann eine Maschine gewartet werden muss. Das reduziert die Ausfallzeit, erweitert Wartungszyklen und senkt die Kosten.

2. Selbstoptimierende Produktion
Vernetzte Fabriken und Fertigungshallen können IoT nutzen, um Produktionsprozesse in Echtzeit zu überwachen und zu optimieren. Diese automatisierten Anpassungen tragen dazu bei, die Qualität zu verbessern, die Effizienz zu steigern und Abfall zu vermeiden.

3. Automatisches Bestands-Management
IoT verhilft Unternehmen zu einem besseren Einblick in Lagerbestände und Lieferketten. So können Unternehmen ihre Reaktionszeiten verbessern, Lagerbestände reduzieren und Just-in-Time produzieren.

4. Fernüberwachung von Patienten
Ärzte können mit IoT den Gesundheitszustand ihrer Patienten aus der Ferne und in Echtzeit überprüfen. Das spart Kosten und schafft Freiheit. Die  Patienten leben gesünder und erholen sich schneller.

5. Smart Metering
Mit vernetzten Sensoren können Versorgungsunternehmen den Verbrauch von Strom, Gas oder Wasser in Echtzeit messen, ohne dass ein Ableser vorbeikommen muss. Die Verbraucher können ihre Nutzung besser überwachen und profitieren von Echtzeit-Abrechnungsdaten sowie einer dynamischen Preisgestaltung.

6. Track & Trace
IoT-Sensoren eignen sich hervorragend zur Steigerung der Effizienz. Sie können zum Beispiel die Transparenz in der Auftragsabwicklung verbessern und Informationen bereitstellen, um die Zeit für den Umbau von Maschinen in Fabriken zu reduzieren. Im Montagebereich kann man Sensoren einsetzen, um den Status von Produkten zu identifizieren und Werkzeuge, Komponenten oder Materialien zu lokalisieren.

7. Verteilte Energie-Erzeugung und Speicherung
Das Internet der Dinge kann auch genutzt werden, um Angebot und Nachfrage über mehrere Energiequellen hinweg automatisch zu koordinieren und zu optimieren. Dadurch können Energieverbrauch und Kosten sinken.

8. Connected Cars
Durch neue Sensor-Typen, Mobilfunk und Onboard-Steuereinheiten werden Fahrzeuge immer mehr vernetzt. Das ermöglicht eine verbesserte Navigation, mehr Sicherheit und auch mehr Komfort – bis hin zum autonomen Auto, das gar keinen Fahrer mehr braucht.

9. Flotten-Management
Zusätzlich zum Tracking von Lagerbestand und Sendungen wird das IoT auch verwendet, um Fahrzeuge in Echtzeit zu überwachen. Mit besseren Informationen über den Standort, die Nutzung und den Zustand können Unternehmen ihre Kosten für Wartung und Reparaturen senken und Fahrzeuge dynamisch umleiten, um Staus und Verzögerungen zu vermeiden.

10. Demand Response Management
Die vielen neuen Möglichkeiten durch das Internet der Dinge verändern auch das Verhältnis zwischen Stromkunden und ihren Anbietern. So können sie beispielsweise Waschmaschinen, Klimaanlagen und ähnliche Großverbraucher aus der Ferne oder automatisch steuern, um damit  auf Preisschwankungen zu reagieren.

Wir weisen darauf hin, dass bei unseren öffentlichen Veranstaltungen auch Bild- und Tonmaterial in Form von Fotos oder Videoaufzeichnungen durch von uns beauftragte oder akkreditierte Personen und Dienstleister erstellt wird. Die Aufnahmen werden für die Event-Dokumentation und Event-Kommunikation auf den Social-Media-Kanälen des Telefónica BASECAMP genutzt. Sie haben das Recht auf Information und weitere Betroffenenrechte. Informationen zu unseren Datenverarbeitungen sowie Ihren Betroffenenrechten finden Sie hier.
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Über den Autor

Markus Oliver Göbel ist Senior Public Relations Manager und Pressesprecher für das Telefónica BASECAMP. Davor arbeitete er bei Telefónica Deutschland als Pressesprecher für Innovationen, B2B, Netztechnik, Startups und Social Media. Der Diplom-Journalist absolvierte die Deutsche Journalistenschule und schrieb viele Jahre für FTD, DIE ZEIT, Wirtschaftswoche und andere große Medien. Außerdem auch für bekannte Blogs wie TechCrunch oder News-Websites wie AreaMobile und Heise Online.